Emotionen vs. klare Gedanken

Diese Momente und Gefühle, die mich während eines Telefonates – vielen Dank an meinen Gesprächspartner (ich erwähne keine Namen und kein Thema, da ich meinen Text nicht nur auf diesen Sachverhalt beziehe), dass Sie diesen Moment ausgehalten und nicht persönlich genommen haben – übermannen und wütend mit dem Fuß auf den Boden stampfen lassen, mich meine Stimme erheben lassen und mich Wörter nicht nur denken, sondern auch laut sagen lassen, die ich vor meinen Kindern eigentlich nicht in den Mund nehmen sollte. Das sind Situationen des Unverständnisses und der Hilflosigkeit, die mein Mamaherz zutiefst treffen und traurig machen. Ich muss mich zusammenreißen, in meiner Wut nicht laut loszuschreien oder zu weinen. Wer unseren Blog verfolgt, weiß mittlerweile, dass ich es hasse, wenn jemand meinen wunden Punkt – meine Emotionen – mein Leben – meine Familie und vor allem meine Kinder trifft. Und ich weiß, dass es uns Eltern allen so geht. Ich verstehe einfach nicht, wie in Zeiten wie diesen Inklusion noch weniger Platz in unserer Gesellschaft findet als vorher. Gerade jetzt sollten wir doch alle zusammenhalten und uns das Leben nicht noch schwerer machen. Aber davon sind wir gefühlt soweit entfernt wie Sonne und Mond. Ich bin emotional angeschlagen, ich bin menschlich enttäuscht. Und eins kann ich verraten, auch dieses Mal werden wir uns wieder ein Stück gestärkter aufrichten. Dieser kleine Mensch, um den es hier geht, den wir über alles lieben und dem wir eine NORMALE, schöne und unbeschwerte Kindheit schenken möchten und in ein möglichst selbstständiges und selbstbestimmtes Leben begleiten wollen, der sich in unserer Obhut befindet, für den tun wir alles. Und wenn es bedeutet, auch unbequeme Situationen zu meistern und an Inklusion und die Bedeutung zu erinnern. Und darauf aufmerksam zu machen, dass wir gewisse Umstände zwar stillschweigend hingenommen, aber sicherlich nicht akzeptiert haben. Inklusion heißt ein Miteinander – nicht ein Gegeneinander. Es bedeutet, den Eltern / Angehörigen NICHT zu suggerieren, dass ihre Familienmitglieder eine Last sind – auch wenn es nicht wortwörtlich so gesagt wird. Es heißt NICHT, dass man einfach sagen kann „geht nicht“ und die Angehörigen mit den Konsequenzen dieser Worte alleine stehen lässt. Es bedeutet nicht, den für sich einfachsten Weg zu gehen. Ich wünschte, es müsste all diese Gedanken nicht geben. Ich hoffe, dass unser Sohn derartigen Situationen zukünftig möglichst lange nicht ausgesetzt ist – und wenn doch, hoffe ich, dass wir ihn so gestärkt haben, dass er es aushält.